Mittwoch, 31. Dezember 2008
Silvester
Das neue Jahr kommt nicht ganz unerwartet,ähnlich wie der Has' zu Ostern.
Es knallen die Korken, wenn es startet.
Cheers und salute! Na, prost denn!
Das alte Jahr vergeht, das neue kommt.
Der prickelnde Sekt wird warm, schmeckt bald schal.
Die Nüchternheit am zweiten Tag wirkt prompt
und so fürchterlich brutal.
Zehn Aspirin zähmen sein Hirn im Schädel,
das weiße Laken liegt zerknüllt und kraus.
Verdammt, wer ist das unbekannte Mädel?
Find's die Frau, oje - dann ist's aus!
Die Gedanken kreisen um das letzte Glas,
wie war noch der Gang auf das Zimmer?
Beileibe, es war wohl viel Spaß
mit im Spiel; dennoch nicht für immer!
Mit einem kühnen Sprung aus dem Bett
wird die Peinlichkeit gebannt.
Ade mein Schatz, so ganz kokett,
doch mein Name sei Dir unbekannt!

Dienstag, 30. Dezember 2008
Immer noch zu billig
Eine Vielzahl tropischer Wirbelstürme und das Erdbeben in Sichuan haben 2008 zu einem der schadenreichsten Jahre gemacht. "Der Klimawandel hat bereits eingesetzt und richtet immer größere Schäden an", resümiert Torsten Jeworrek, Mitglied des Vorstands der Münchener Rück. Es war ein teures Jahr für die Versicherungen.Die gesamtwirtschaftlichen Schäden betrugen rund 200 Milliarden Dollar, und weltweit kamen mehr als 220.000 Menschen durch Naturkatastrophen ums Leben. Die versicherten Schäden stiegen 2008 im Vergleich zum Vorjahr um 50 Prozent auf 45 Milliarden Dollar. Überhaupt war nur ein knappes Viertel aller Schäden durch Policen gedeckt.
So sind die Versicherungen noch einmal billig davon gekommen.
Montag, 29. Dezember 2008
Die kranken Kassen
Der Gesundheitsfond macht die Krankenkassen klamm. Denn ab Donnerstag gilt der Einheitspreis für die Kassenmitgliedschaft von 15,5 Prozent. In Ost und West. Dadurch werden nächstes Jahr insgesamt 168 Milliarden Euro für die Patientenverwaltung und ihre medizinische Betreuung eingesammelt. Das sind zwar 11 Milliarden Euro mehr als 2008, aber wohl immer noch nicht genug.Darum sind dem Präsident des Bundesversicherungsamtes, Josef Hecken, die "Klagelieder der Krankenkassen völlig unverständlich." Vielleicht singen sie nicht seine Sprache?
Den Vorstandschef der Techniker Krankenkasse, Norbert Klusen, würde es nicht wundern, wenn Ende des nächsten Jahres 80 bis 100 der 215 Kassen Pleite gegangen seien. Die Bild-Zeitung prophezeite schon im April 2003 die Pleite der DAK, berichtete damals der Spiegel. Aber was nicht war, kann ja noch werden.
Bis dahin suchen die Kassen das ideale Mitglied: Es ist männlich, chronisch gesund, wird alt, aber altert dabei nicht. Er stirbt, ohne der Gemeinschaft gleich zur Last zu fallen.
Fallschirmspringer.
Mittwoch, 24. Dezember 2008
Eine schöne Bescherung
Hetzjagd auf pinkelnde Hunde in Berlin. Endlich!Herrchen oder Frauchen werden es demnächst teuer bezahlen müssen, wenn der treue Hasso es hier wagt, entspannt gegen die Hausfassade in Moabit zu strullen, bis er mit den Hinterpfoten in seiner Urinpfütze steht.

Zwei Wochen Arrest im Tierheim für Wiederholungspinkler; Herrchen muss die Zwinger putzen!
Notorische Fassadenpullerer werden schließlich dem Eisbären Knut zum Fraß vorgeworfen. Herrchen erhält zwei Freikarten für den Zoobesuch.
Na denn, Fröhliche Weihnachten!
Dienstag, 23. Dezember 2008
Im Visier der Telekom
Spitzelei von ganz oben gedeckt? Das ARD-Magazin Report Mainz verfügt angeblich über streng vertrauliche Aufsichtsrats- und Befragungsprotokolle der Telekom, die belegen sollen, dass Ex-Telekomchef Kai-Uwe Ricke und der ehemalige Aufsichtsratsvorsitzende Klaus Zumwinkel (Codewort: Liechtenstein) die Überwachung von Mitarbeitern und Gewerkschaftern selbst angeordnet haben sollen.
Spionage - das zweitälteste Gewerbe der Welt. Bereits die ägyptischen Pharaonen setzten Kundschafter ein, um ihre Gegner auszuspähen. Die fleissigen Spione meißelten die geheimen Botschaften dann in Ton.
Und auf ihren Rückweg ins eigene Lager wechselten sich immer mehrere Kundschafter in einer Stafettenkette ab, damit die Tafeln ihren Herrscher möglichst schnell erreichen. Tontafeln sind heute obsolet; die Tonwahl trat an ihrer statt.
Wer hängt noch alles in meiner Leitung?
Montag, 22. Dezember 2008
Nichts ist unmöglich
Toyota schreibt rote Zahlen. Erstmals in der Konzerngeschichte. Das Unternehmen rechnet zum Ende des laufenden Geschäftsjahres – 31.März 2009 – mit einem operativen Verlust von umgerechnet rund 1,2 Milliarden Euro. Im vergangenen Jahr hatte der japanische Autobauer noch einen Rekordgewinn von 17,5 Milliarden Euro verbucht.Knapp 9 Millionen Autos will Toyota bis dahin global verkauft haben. Das wären 540.000 weniger als erwartet und vier Prozent weniger als im Vorjahr. Alles kein Grund zur Panik.
Deshalb erhöht Daimler auch ab Januar die Preise für seine Mercedes-Benz-Produkte um 1,9 Prozent. Die Smarts sollen um 2,17 Prozent teurer werden. Das habe die deutsche Vertriebsorganisation MBVD den Händlern mitgeteilt, berichtet die Branchenzeitschrift Automobilwoche.
So bringt man die Flotte offensichtlich wieder ins Rollen.
Freitag, 19. Dezember 2008
Der geschrumpfte Becher
Neulich am Frühstückstisch. Der Plastikbecher mit der Waldfrucht-Konfitüre sieht plötzlich so klein aus, Schatz?! Oder sind etwa die Brötchen größer geworden?Der Blick in die Morgenzeitung bestätigt seinen Verdacht: "Die Verbraucherpreise in Berlin stiegen im November gegenüber dem Vorjahresmonat um ein Prozent", meldet das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg.
Und überdurchschnittlich verteuerten sich Zucker, Marmelade, Konfitüre, Honig, Sirup und Süßwaren. Nämlich um 7,4 Prozent, sagen die Statistiker.
Und damit der Konsument das nicht sofort merkt, schrumpft der Zentis-Becher samt Inhalt. Der Kaufpreis bleibt aber stabil. Scheinbar.
Beim lokalen Händler auf der Turmstraße kostet ein Becher "Frühstücks-Konfitüre" nach wie vor 89 Cent. Aber man erhält jetzt statt 225 Gramm Brotaufstrich nur noch 200 Gramm. Das entspricht einer Preiserhöhung von 11,1 Prozent.Satt!
Donnerstag, 18. Dezember 2008
Hairdresser

Für'n Zehner.
Mittwoch, 17. Dezember 2008
Eingeheizt
Von den sieben wärmsten Jahren seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahre 1901 entfallen bereits fünf auf das neue Jahrtausend: 2000, 2002, 2006, 2007 und auch 2008. "Das ist ein deutlicher Hinweis auf den Klimawandel", erklärt Gerhard Lux vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach.
Zwei Wochen vor Jahresende liegt der Temperaturdurchschnitt bei 9,8 Grad Celsius und damit 1,7 Grad über dem langjährigen Mittel. Absoluter Spitzenreiter war bislang das Jahr 2000. Damals lag der Temperaturschnitt bei 9,9 Grad. Rekordjahr!
Übrigens: Rekordjahr 2008 auch für Lamborghini, Porsche und Audi
Dienstag, 16. Dezember 2008
Nachgezählt
Krise, Abschwung, Rezession! Her mit der Kohle: Milliarden, Milliarden, Millarden! Konjunkturpaket heißt die Fracht, die die deutsche, wehklagende Wirtschaft wieder flott machen soll. Nur eine Minus-Prognose treibt die Panik wieder in die vergesslichen Hirne. Das Feuer brennt, und hoffentlich ersaufen wir nicht im Löschwasser.Dabei wuchs das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) über die letzten 18 Jahre wenigstens um 23 Prozent – die miese Prognose für 2008 einmal mitgezählt. Und aus den Zahlen des Statistischen Bundesamtes und der OECD skizziert die Tabellenkalkulation jenes (mathematisch nicht ganz korrektes) Bild:

Wer wird denn da gleich schmieren wollen? Siemens macht es nie wieder, wir schwören und von nun an sogar mit Theo! Der frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel wurde von Siemens als so genannter "Compliance Monitor" für vier Jahre verpflichtet. Der bayerische Hausdetektiv wird nun dem US-Justizministerium und der US-Börsenaufsicht SEC über die sauberen Machenschaften des Konzerns berichten müssen.
Im Schmiergeldskandal muss Siemens in den USA insgesamt 800 Millionen Euro Strafe zahlen. Darum werden die Ermittlungen gegen den Konzern auch nur eingestellt.
Süßer die Portokasse nie klingelte.

aus den Siemens-Geschäftsberichten zusammengetragen
Montag, 15. Dezember 2008
Datenklau kann möglich sein
Ein Beschluss der EU-Finanzminister schreibt ab 1.4.2009 vor, dass innerhalb der Europäischen Union (EU) auf Kreditkarten, Kontoauszügen, Banküberweisungen oder Einzahlungsscheinen große und dringende Warnhinweise aufgedruckt werden müssen.Wie etwa: „Die Einzahlung erfolgt auf eigene Gefahr“, „Übermäßiges Abbuchen lässt Ihr Konto schrumpfen“ oder auch „Home-Banking kann zu einem langsamen und schmerzhaften Totalverlust führen“.

Es sind auch Bilder von geprellten Kunden mit leer geräumten Konten geplant, mit denen eine abschreckende Wirkung erzielt werden soll.
Darum soll jetzt auch das neue Bundesdatenschutzgesetz "den Umgang mit Daten für Werbung, Markt- und Meinungsforschung transparenter und kontrollierbarer machen", verspricht Bundesinnenminister Schäuble.
Transparent sind die Daten doch schon, wenn die Wirtschaftswoche eine CD-Rom mit 1,2 Millionen Kundendaten als Musterlieferung erhält.
Dem kontrollierten Bürger rät der Minister, mit persönlichen Daten sensibel und verantwortungsbewusst umzugehen, sowie regelmäßig die Kontoauszüge zu überprüfen.
Welche denn?
Freitag, 12. Dezember 2008
Energie fressen Klima auf
Aktivisten des Climate Action Networks (CAN) haben Angela Merkel auf der Uno-Konferenz in Posznań zum "Fossil des Tages" ernannt. Sie kritisierten die Bundeskanzlerin vor allem für die "katastrophale Abschwächung ihrer Positionen bei den Verhandlungen über das EU-Klimapaket".Dieses "historische Umweltpaket" wurde heute einstimmig in Brüssel geschnürt. Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Länder einigten sich überwiegend auf Ausnahmen: unter anderem für die energieintensive Industrie und osteuropäische Kraftwerke. Auch die in der Lausitz.
Veraltete polnische Kohlekraftwerke dürfen jetzt weiterhin ihren Klimadreck ungestraft und gratis in die Luft blasen. Mit diesen Maßnahmen wollen die Gipfelteilnehmer ihre Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase um 20 Prozent bis zum Jahr 2020 verringern.
Wenn das mal gut geht!
Donnerstag, 11. Dezember 2008
Translahmid
Die Transrapid-Versuchsanlage im emsländischen Lathen steht nach fast 30 Jahren vor dem Aus. Siemens und ThyssenKrupp wollten die Testfahrten nur noch bis Juni 2009 fortsetzen, hat ein Siemens-Sprecher der Nachrichtenagentur AP erklärt. Im kommenden Sommer werde der Transrapid für den Regionalverkehr anwendungsreif sein. „Das Testprogramm ist dann abgeschlossen!"Mit dem Schwebezug hatte ThyssenKrupp schon im Jahre 2003 abgeschlossen, denn seit über fünf Jahren gibt es keine neuen Nachrichten im Pressefach.
Mittwoch, 10. Dezember 2008
Bildungsmisere

Die Bildungsmisere. Das Volk der Dichter und Denker ist dumm wie Bohnenstroh. Der Bildungsstandort Deutschland verlottert zum Sanierungsgebiet, denn die Pisa-Schockwellen haben unsere Lehrbücher zerfleddert. Die Deutschen sind ein Volk der Nicht-Leser geworden: "Jeder Vierte liest niemals ein Buch", hat die aktuelle Studie Lesen in Deutschland 2008 herausgefunden. Knapp die Hälfte der 14- bis 19-Jährigen unter den Befragten erklärten, dass sie als Kind nie ein Buch geschenkt bekamen.
Wünscht es Euch doch zu Weihnachten, liebe Kinder!
Dienstag, 9. Dezember 2008
Der Letzte macht das T-Licht aus
Die Glühlampe ist tot. Die Energiesparlampe leuchtet. Das Klima ist gerettet.Am 1. September 2009 hat die Wendel ausgeglüht: Zunächst sollen die 100-Watt-Lampen aus den Regalen verschwinden; ein Jahr später die 75-Watt-Varianten, bis 2012 auch die letzte Lampe verboten wird. So haben es die Energieminister der Europäischen Union beschlossen. Die Australier knipsten schon Anfang des letzten Jahres der Wendel das Licht aus.
In Deutschland ließen sich dadurch jährlich rund 22 Milliarden Kilowattstunden einsparen, hat die Deutsche Umwelthilfe ausgerechnet. Demnach würde der Austausch gegen eine "energieeffizientere Beleuchtung auch den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) um 4,5 Millionen Tonnen reduzieren."
Das sind weniger als 0,5 Prozent der gesamten CO2-Emissionen über Deutschland. Big deal!
Die Zeitschrift Ökotest hat Energiesparlampen verschiedener Hersteller in den Prüfstand geschraubt. In der Praxis versagten die Probanden allerdings reihenweise.
Knapp ein Drittel der Energiesparlampen war bestenfalls "befriedigend", der Rest noch schlechter. Vier Modelle entpuppten sich als Flops, weil beide Testexemplare frühzeitig ausfielen. In puncto Helligkeit konnten es nur vier Lampen einigermaßen mit der 60-Watt-Glühlampe aufnehmen. Nach 2.000 Stunden Betriebsdauer, was im Schnitt zwei Jahren entspricht, war von der Anfangshelligkeit im schlechtesten Fall nur noch 43 Prozent übrig.
Kerzen strahlen heller!
Apropos: Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch an Kerzen in Deutschland liegt bei knapp 2 Kilogramm: dafür verarbeiten die Wachszieherbetriebe und Kerzenhersteller rund 115.000 Tonnen Paraffin.
Das entspricht etwa 86.000 Tonnen Kohlenstoff. Verbrennt dieser vollständig und leuchtend auf dem Adventskranz, entstehen durch diese chemische Reaktion etwa 317.000 Tonnen CO2.
Immerhin 7 Prozent der CO2-Menge, die mit dem Einsatz durch Energiesparlampen gespart werden soll.
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Montag, 8. Dezember 2008
Die Umfallerin
Frau Merkel im März 2007:"Natürlich ist mit verbindlichen Klimaschutzzielen auch ein Risiko für Arbeitsplätze in Europa verbunden." Gleichzeitig böten neue Technologien aber die Chance auf neue Arbeitsplätze ..."
Frau Merkel im Dezember 2008:
Die Bundeskanzlerin bekennt sich zu dem europäischen Ziel bis 2020 die Treibhausgase um 20 Prozent zu reduzieren und den Anteil an erneuerbaren Energien auf 20 Prozent anzuheben. "Das darf aber keine Arbeitsplätze kosten!"
Freitag, 5. Dezember 2008
Heesters und Hitler
Über die Rolle von Johannes Heesters während der Nazi-Zeit streiten auch noch 63 Jahre nach Kriegsende die Gelehrten. Ein holländisches Satiremagazin wollte jetzt besonders investigativ auftrumpfen und besuchte den greisen Landsmann im deutschen Exil."War Hitler ein guter Mann?"
Was wollte der viermal jüngere Reporter vom alten Heesters hören?
"Er war wohl ein guter Kerl", stammelte der 105-Jährige auch zur Überraschung seiner Frau Simone.
"Jopie, was redest Du?", fragt sie ihn erbost. Heesters scheint seine Antwort gar nicht begriffen zu haben.
"Hitler war einer der größten Verbrecher," faucht sie ihren qualmenden Ehemann von der Seite an.
"Wie kannst Du das sagen, er war ein feiner Kerl ...?"
"Na ja, für mich .... ich darf nichts mehr sagen!"
Hat Heesters nun im Konzentrationslager von Dachau für die SS-Schergen gesungen oder nicht? Es gibt wohl nur noch einen einzigen Zeitzeugen.
Am heutigen Geburtstag singt der alte Charmeur jedenfalls im Winterhuder Fährhaus, aber nur ein kurzes Gastspiel auf der Bühne als österreichischer Kaiser Franz Joseph "Im Weißen Rössl". Texte lernen kann Jopie noch. Und nach der Vorstellung gibt es noch ein Gläschen Schampus.
Proost, op uw gezonheid!
Donnerstag, 4. Dezember 2008
Eins, Zwei, Drei - Wer hat den Blues?
Schock für Gary Moore!? Sein Neunziger-Jahre-Welthit "Still got the Blues" ist geklaut. Oje, von wem denn? Von einem eher unbekannten deutschen Musiker, schreibt Spiegel-Online.
Hä? Wer hat jetzt von wem geklaut? Antwort: Gary Moore. Nach einem acht Jahre dauernden Zivilprozess gab jetzt das Landgericht München I dem Musiker Jürgen Winter Recht. Er hatte das Solo nämlich schon 1974 für sein unbekannt gebliebenes Lied "Nordrach" der Band Jud's Gallery geschrieben, also 16 Jahre vor Moores' Veröffentlichung!
Das Stück war 1974 weder auf Schallplatte noch auf Kassette erschienen, sondern nur auf Konzerten und mindestens einmal im Radio zu hören gewesen. Und jetzt auch auf Youtube:
Moore, der sich damals wiederholt in Deutschland aufhielt, hatte behauptet, "Nordrach" nicht gekannt zu haben. Allerdings ging das Gericht davon aus, dass er das Lied gehört haben konnte. Außerdem seien die Übereinstimmungen beider Stücke so frappierend, dass von einer Übernahme auszugehen gewesen sei.
Da auch eine unbewusste Übernahme eine Urheberrechtsverletzung darstellt, muss nun die Plattenfirma Auskunft über die mit "Still got the Blues" erzielten Einnahmen geben. Im folgenden Verfahren muss dann das Gericht klären, auf welchen Anteil der Einnahmen der Kläger Anspruch hat.
Egal! Moores Interpretation ist einfach genial gespielt!
Mittwoch, 3. Dezember 2008
Pallast d. R.

Ballast der Republik. Jetzt ist die DDR endgültig abgerissen. 19 Jahre nach dem Mauerfall verschwand das wohl wichtigste Bauwerk der SED-Diktatur – der Palast der Republik – spurlos aus dem Berliner Stadtbild. Die letzten Betontrümmer werden noch zerkleinert und abtransportiert, dann ist "Erichs Lampenladen" Geschichte.
Dienstag, 2. Dezember 2008
Eine Lanze für Lance
Er ist wieder da. Der Chef. Der siebenmalige Toursieger: Lance Armstrong - the Marathon Man.Kein Krebs, keine Berge und erst recht keine Doping-Vorwürfe können diesen Kerl stoppen.
Am meisten fürchtet der Texaner aber die französischen Fans: Die Stimmung in Frankreich sei ihm gegenüber "aggressiv und wütend", erklärte der neue Astana-Fahrer in einem Interview mit der britischen Zeitung The Guardian. Einige Teamchefs französischer Mannschaften hätten die Leute geradezu ermuntert, gegen ihn zu wettern.
Armstrong, der nach seinem siebten Tour-Sieg in Folge im Juli 2005 vom Rad stieg, will im Januar 2009 bei der Tour Down Under in Australien sein Comeback beginnen.
Le Tour de Lance must go on.
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Montag, 1. Dezember 2008
Weltaidstag
33 Millionen Menschen – etwa 0,5 Prozent der Weltbevölkerung – leben mit dem HI-Virus. Und zwei Drittel aller Infizierten lebt im südlichen Afrika. Die Zahl der HIV-Patienten und der Aidstoten sei im Jahr 2007 weltweit leicht gesunken, erklären die Verantwortlichen des Aidsprogramm der Vereinten Nationen (Unaids) anlässlich des Weltaidstages 2008.
Die Statistik für Deutschland liefert das Robert-Koch-Institut: Demnach ist die Zahl der HIV-Neudiagnosen bei Frauen in der Bundesrepublik gegenüber dem Vorjahr um 12 Prozent gesunken. Bei Männern stieg die Quote jedoch an: von 2.117 im Jahr 2006 auf 2.285 im Jahr 2007 – entspricht einem Anstieg von 8 Prozent.
84 Prozent der Neu-Infizierten waren Männer. Die Zahl der HIV-Neudiagnosen durch MSM-Übertragungen (Männer, die Sex mit Männern haben) hat im Vergleich zur Gesamtzahl überproportional zugenommen, wie in den beiden Jahren zuvor auch.
In Deutschland tragen zirka 63.500 Menschen das HI-Virus im Körper – 0,08 Prozent von 80 Millionen Einwohnern.
In Südafrika ist jeder Fünfte vom Virus befallen.

